Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich über die Nachfolgelösung für das eigene Unternehmen Gedanken zu machen? Viele meiner Gesprächspartner machen es richtig und beginnen relativ früh, sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Die Mehrzahl ist erst Anfang fünfzig und den Unternehmen sieht man in der Regel an, dass vieles von langer Hand geplant und umgesetzt wurde. Und sie haben vor, auch diesen Schritt gründlich zu planen und umzusetzen.

Sie sind aber nicht nur erfolgreiche Unternehmer, sie sind häufig auch Familienväter. Anders als die vorherige Generation haben sie ihre Kinder nicht gedrängt, den beruflichen Werdegang in ihrem Sinne zu planen. Aber da diese erst Mitte zwanzig sind, ist meistens auch noch nichts so richtig festgelegt. Der Nachwuchs soll häufig erst noch Erfahrungen sammeln, ehe die Frage im Raum steht, ob er sich vorstellen kann, das Familienunternehmen in die nächste Generation zu führen.

In dieser Situation beginnen sie nun, ganz ohne zeitlichen Druck, die verschiedenen Optionen durchzuspielen und sprechen mit Spezialisten, die ihnen mit ihrem Erfahrungsschatz den richtigen Weg zeigen sollen. Wenig überraschend ist der Rat eines M&A-Experten, das Unternehmen jetzt zu verkaufen. Für gut aufgestellte Unternehmen gäbe es derzeit einen Verkäufer-Markt und wer weiß, wie das in 10 oder 15 Jahren aussieht. Der Unternehmer fühlt sich aber eigentlich zu jung, um sich mit dem Geld zur Ruhe zu setzen. Und er will auch nicht einfach die Kinder vor vollendete Tatsachen.

In Gesprächen mit diesen Kunden kommen wir immer wieder an den gleichen Punkt: Wenn es keinen Grund für akuten Handlungsbedarf gibt, dann sollte man auch keine derart weitreichenden Entscheidungen treffen. Aber die Idee, einen Plan zu entwickeln und umzusetzen, um sich für die Zukunft alle Optionen offen zu halten, die sollten wir auf jeden Fall weiter verfolgen. Und dass man das besser mit jemandem macht, der kein persönliches Interesse an einer bestimmten Lösung hat, sondern auf Augenhöhe diskutiert.