Am 30. August berichtete die Wirtschaftswoche über den japanischen Weg bei der Unternehmensnachfolge. (Link zum Artikel) Demnach ist die Tatsache, dass das Land über eine weit überdurchschnittliche Anzahl von sehr alten Familienunternehmen verfügt, dadurch zu erklären, dass „nichtsnutze Familienmitglieder“ durch geeignete Adoptivkinder ersetzt werden. Wobei der Begriff „Kinder“ in diesem Fall sehr weit ausgelegt wird: in 98 Prozent aller Fälle ist der Adoptierte ein Mann im Alter zwischen 25 und 30 Jahren.

Aus meiner Erfahrung bezweifle ich, dass dieser Weg sich auch in Deutschland etablieren wird. Zwar erreicht die Zahl der Unternehmen, bei denen in den nächsten Jahren die Nachfolge ansteht, neue Höchststände und die Anzahl potenzieller Nachfolger korreliert in etwa mit der Geburtenrate (sinkt also eher). In unserem Kulturkreis scheint jedoch der Begriff „Familie“ sehr viel enger als in Japan ausgelegt zu werden und Adoptionen werden eher aus anderen Gründen in Betracht gezogen. Ob es pragmatische Gründe geben kann, das Thema neu zu betrachten, beispielsweise im Licht der steuerlichen Folgen eines Erbfalls, muss ich mir noch überlegen.